Mit großer Spannung wurde das Saisonfinale der Oberliga in Schalksmühle erwartet. Lag der Meistertitel und Vizemeistertitel für die KTV Detmold und die KTV Dortmund 2 im Grunde schon vor dem Finale in trockenen Tüchern, ging es im Rennen um Platz drei bis fünf noch einmal richtig um die Wurst. Der TV Ibbenbüren, die KTV Alt Ravensberg und der SC Nordwalde lagen vor dem letzten Saisonwettkampf alle gleichauf, so dass das Tagesergebnis entscheiden würde.

Einen denkbar schlechten Start erwischte die KTV Alt Ravensberg 1 am Stufenbarren. Auch am Schwebebalken verlor man im Vergleich auf die anderen beiden Mannschaften deutlich. Lisa Hansmann gelang eine glänzende Balkenkür, ehe sie sich beim Schraubensalto-Abgang so schwer am Knie verletzte, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Fassungslosigkeit unter den Teamkameradinnen. Mehr als 3,50 Punkte Abstand zur Konkurrenz. Die Chance auf den sicheren Klassenerhalt rückte in weite Ferne.

Dann erfolgte aber ein aufbäumen: „Jetzt erst Recht, wir turnen für Lisa.“ Und wie: Als deutlich beste Mannschaft an diesem Gerät zauberten Pia Niehaus (14,25 Punkte), Inga Bartsch (13,90), Elena Seifert (13,85) und Madeleine Güth (13,35) wunderschöne Übungen auf die Bodenfläche. Gerrit Nissen sprang am Sprung für die verletzte Lisa ein und auch den anderen gelangen nahezu perfekte Sprünge. Doch sollte man den riesigen Punkterückstand wirklich aufgeholt haben? Es knisterte vor Spannung bei der Siegerehrung. Nach den beiden führenden Teams wurde, wie erwartet, der TV Ibbenbüren als Drittplatzierter aufgerufen. Was danach folgte war Freude pur, denn die KTV Alt Ravensberg hatte das scheinbar Unmögliche möglich gemacht: Sie holten auf den ersatzgeschwächten SC Nordwalde den großen Rückstand auf und setzten sich sogar noch mit knapp drei Punkten ab. Damit ist der Klassenerhalt gesichert.

Die Ernüchterung folgte zwei Tage später. Die Befürchtung war Gewissheit geworden: Lisa Hansmann erlitt einen Kreuzbandriss und fällt somit für Monate aus.

Als einziger Verein konnte die KTV Alt Ravensberg gleich zwei Mannschaften in der Oberliga stellen. Während für die erste Mannschaft das Finale mehr als spannend ausfiel, stand für die zweite Garde schon vor dem Finale fest, dass sie im Dezember um den Abstieg aus der Oberliga kämpfen werden müssen. Somit konnten Carmen Johannhardt, Sinja Struve, Louisa Bartel, Madeleine Owen, Alexandra Mens und Hannah Strotmann das ein oder andere neu erlernte Element erstmals im Wettkampf zeigen. Besonders stachen Madeleine Owens Tsukahara am Sprung, Alexandra Mens Bodenübung und Louisa Bartels Balkenübung heraus. Dennoch konnte man über Platz acht in dem starken Teilnehmerfeld nicht hinauskommen. Die Trainer Andrea und Petra Beckstett, Mark Graff und Kirsi Rohmeier sind mit ihren Schützlingen aber mehr als zufrieden: „Alle haben in ihrer teilweise ersten Oberliga-Saison ganz wertvolle Erfahrungen sammeln und viel Motivation für die nächsten Trainingseinheiten tanken können.“