Historie

Erfolge

  • Kreismeister 1949
  • Bezirksligameister 1961 – 1966 – 2000 – 2011
  • Landesligameister 1969 – 1976 – 1985
  • 1. DFB-Pokal Hauptrunde 1976
  • Sieger-Hallenmasters 2001-2002-2003-2004-2005-2008-2009-2012-2013

Statistik

1946-1948 Kreisklasse
1949-1961 Bezirksliga
1962-1965 Landesliga
1966 Bezirksliga
1967-1969 Landesliga
1970-1972 Verbandsliga
1973-1976 Landesliga
1977 Verbandsliga
1978-1985 Landesliga
1986-1991 Verbandsliga
1992-1993 Landesliga
1994-2000 Bezirksliga
2001-2005 Landesliga
2006-2011 Bezirksliga
seit 2011/12 Landesliga

Fußball in Steinhagen – Über 100 Jahre Tradition

1900

Am 9. März 1900 wurde der „Turnverein Jahn Steinhagen“ im Gasthof zur Post am Kirchplatz gegründet. Die Fußballgeschichte begann 1908. Zum ersten Mal wurde der Ball auf dem Kriegerplatz an der Bahnhofstraße bewegt. Die Spieler waren aus einem Zweigverein des VFB Bielefeld organisiert. Leider machte der 1. Weltkrieg dem sportlichen Treiben in Steinhagen einen Strich durch die Rechnung.

1920

Obwohl die Monatsversammlung des „Turnverein Jahn Steinhagen“ am 4. Februar 1921, in geheimer Wahl mit 19:9 Stimmen, der Anschaffung eines Fußballs zustimmte, dauerte es noch viele Jahre, bis tatsächlich ein eigene Fußballabteilung gegründet wurde. Nachdem etliche Versuche aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen abgelehnt wurden oder gescheitert waren, kam es am 10. Juli 1934 endlich zur Gründung. Zum Fußballobmann wurde Fritz Topp ernannt. 1937 erhielt die Fußballabteilung dann sogar die gleiche finanzielle Selbstständigkeit wie damals die Tennisabteilung. Leider setze zum zweiten Mal ein Weltkrieg dem Sport ein Ende. Nur mit einer Jugendmannschaft konnte das Fußballspiel in den Jahren 1939 bis 1945 so gut es eben ging gepflegt werden.

1940

Aufgrund der Kapitulation Deutschlands wurden alle Sportvereine aufgelöst. Doch nur wenig später, am 7. September 1945, wurde die „Spvg Steinhagen-Amshausen“ gegründet und der Sport in Steinhagen erhielt ungeheuren Aufschwung. Fußball wurde populär. 1949 gewann die Spvg die Kreismeisterschaft, nachdem man sich in zwei Ausscheidungsspielen gegen Ummeln mit 1:1 und 3:1 durchsetzte. Zum Spiel in der Aufstiegsrunde nach Lage fuhren über 1000 Zuschauer aus Steinhagen mit einem Sonderzug.. Trotz der 1:2 Niederlage steigt Steinhagen als 2. der Aufstiegsrunde in die Bezirksliga auf.

Seit 1949 spielt die Spvg mindestens Bezirksliga oder höherklassig.

1950

Bis Ende der 50er Jahre klopfte die Spvg Steinhagen als Bezirksligist immer wieder an das Tor zur Landesliga, konnte sich aber nie entscheidend durchsetzen und spielte ihre Jahre in der Bezirksliga. Am 7. Juni 1957 wurde die bis heute bestehende „Sportvereinigung Steinhagen“ gegründet. Im Jahr 1959 schloss sich Georg  Marschall († 2014) der 1. Fußballmannschaft als Betreuer an.  Der legendäre „Schorsch“ blieb es,  bis zu seiner „Pensionierung“ im Jahre  1984, 25 Jahre lang.

1960

In der Saison 1960/61 schaffte Steinhagen den lang ersehnten Aufstieg in die Landesliga, der Auftakt der goldenen sechziger Jahre. Derbys gegen den SV Brackwede waren Höhepunkte.

Zu diesen Spielen kamen bis zu 4000 Zuschauer!

Mitte der 60er wurde die Spvg in die „Püttgruppe“ versetzt. Obwohl die Spielzeit 1964/65 mit einem beachtenswerten 4:0 gegen die Amateure von Borussia Dortmund begonnen wurde, stiegen die Rothemden am Ende der Saison in die Bezirksliga ab.

Reiner Wiechert, die Fußball-Ikone der Spvg. Steinhagen. Über drei Jahrzehnte, bis Anfang der 90er-Jahre, unverzichtbarer Bestandteil der Fußballabteilung als Spieler, Trainer und Fußballobmann.

Das folgende Fußballjahr 1965/66 ließ an Dramatik nicht zu wünschen übrig: Der Spielplan wollte es, dass das entscheidende Spiel, Erster gegen Zweiter, Spvg Steinhagen gegen VFB Bielefeld, am letzten Spieltag stattfand. Nach einem 0:1-Rückstand und einer 45-minütigen Unterbrechung wegen heftiger Gewitterschauer, drehte die Spvg das Spiel in unnachahmlicher Art und Weise auf 3:1 und schaffte die sofortige Rückkehr in die Landesliga

Ende der sechziger Jahre ziehen die Spvg-Fußballer vom Sportplatz „Drei Linden“ in das „Cronsbachstadion“ um. Zunächst konnte nur der Hartplatz genutzt werden, aber im Juni 1968 wurde auch der Rasenplatz feierlich eingeweiht.

Zur Eröffnung spielte eine Kombination aus Fichte Bielefeld und Spvg Steinhagen gegen den 1. Bundesligisten SV Hannover 96, u.a. mit Jupp Heynckes.

Die anschließende Saison 1968/69 bleibt unvergesslich: Die Spvg steigt in die Verbandsliga, damals höchste deutsche Amateurklasse, auf. Das entscheidende 1:0 gegen die SF Siegen schießt Manfred Schüürmanns, aber es gab einen weiteren Helden des Tages: Torwart Erich Staude hielt reihenweise die sogenannte Unhaltbaren.

1970

Doch schon 1972 müssen sich die Rothemden nach 3-jähriger Zugehörigkeit wieder aus der Verbandsliga verabschieden.

Die folgenden Spielzeiten waren die sogenannten Aufbaujahre in Steinhagen. Bis hin zur Saison 1975/76, in der die wohl spielstärkste Steinhagener Fußball- mannschaft aller Zeiten auflief. In dieser Spielzeit schoss das Team von Trainer Erich Staude um Norbert „Leo“ Leopoldseder, Uli Hegemann und Uwe Pallaks 112 Tore und steigt unangefochten wieder in die Verbandsliga auf.

Höhepunkt des Jahres 1976 ist das Spiel in der 1. DFB-Pokal Hauptrunde gegen den Bundesligisten VFL Bochum. Vor 3200 Zuschauern schlägt sich die Spvg achtbar, verliert aber am Ende mit 0:3. Leider stieg man in der folgenden Saison sofort wieder ab. Im Jahr darauf, in der Saison 1977/78, können aufgrund der neu geschaffenen Oberliga vier Mannschaften aus der Landesliga in die Verbandsliga aufsteigen. Leider verpasst die Spvg diese große Chance und landet am Ende der Saison auf dem undankbaren 5. Platz.

1980

Erst einige Jahre später, im Mai 1985 war es dann endlich wieder so weit: Einen Punkt brauchte die Spvg im letzten Saisonspiel gegen die Spvg. Brakel. Vor großer Kulisse heisst es am Ende 3:3. Nach dem wohl dramatischsten Fußballspiel aller Zeiten im Cronsbachstadion ist die Spvg Steinhagen Meister der Landesliga und Aufsteiger zur Verbandsliga. Auf dem Rasen singt ganz Fußball-Steinhagen das Vereinslied: „Rot und Weiß, wie lieb ich Dich…“!

Anfang bis Mitte der 80er Jahr hat auch die Jugendabteilung ihre erfolgreichste Zeit: In der Landesliga, der zweithöchsten deutschen Jugendspielklasse, spielt die Spvg gegen Traditionsvereine wie FC Gütersloh, Borussia Lippstadt und SC Preußen Münster eine gute Rolle. An Freundschaftsturnieren im Cronsbachstadion nimmt u.a. der Nachwuchs der Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. Borussia Dortmund und VfL Bochum teil.

1990

Nach sieben Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur Verbandsliga steigt Steinhagen Anfang der 90er Jahre wieder in die Landesliga ab. Nach desolaten Leistungen folgte 1994 sogar der Abstieg in die Bezirksliga. Viele Jahre kommt die Spvg aus dieser Klasse nicht heraus.

2000

Im Mai 2000 findet zum 100-jährigen Vereinsjubiläum ein Freundschaftsspiel zwischen der Spvg Steinhagen und der Traditionsmannschaft des DFB statt. Mit dabei Rudi Völler, nur zwei Jahre später Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Im Juni 2001 steigt die Spvg wieder in die Landesliga auf. Trainer Jochen Krämer und seine Mannen knüpfen somit an alte Zeiten an. In den nächsten Jahren ist Steinhagen fester Bestandteil der Landesliga.

In dieser Dekade avanciert die Spvg zum Seriensieger des Altkreis-Masters. Die fast konkurrenzlosen Rothemden gewinnen die begehrte Hallentrophäe allein 7mal.

Anfang der 2000er hat die 2. Mannschaft („Reserve“) der Spvg. ihre erfolgreichste Zeit. Über den Klassenerhalt in der Kreisliga B, steigt man in die Kreisliga A auf, qualifiziert sich anschließend für die neu gegründete „Eingleisige Kreisliga A“ und steigt in der Saison 2002/03 sensationell sogar als erste 2. Mannschaft aus dem Altkreis Halle überhaupt in die Bezirksliga auf. Nach zwei Spielzeiten ist das Abenteuer allerdings bereits wieder zu Ende. Am letzten Spieltag der Saison 2004/05 steigt die Zweite sehr unglücklich, nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses wieder in die Kreisliga A ab.

Fünf Jahre nach dem Aufstieg der 1.Mannschaft in Landesliga geschieht in der Saison 2005/06 fast unglaubliches: Zur Halbserie noch im oberen Tabellendrittel, sogar mit Aufstiegsambitionen, zerfällt die „Mannschaft“ in der Rückrunde und steigt sang und klanglos am letzten Spieltag ab.

Zum 40-jährigen Jubiläum des Cronsbachstadions, sehen 2000 Zuschauer im August 2008 das Freundschaftsspiel gegen den 1. Bundesligisten DSC Arminia Bielefeld. Zahlreiche Ehrengäste, darunter u.a. viele Steinhagener Fußballlegenden aus den 60er und 70er Jahren, sehen zwar eine 0:11 Niederlage, doch die Fußballabteilung setzt mit der neuen Zuschauertribüne im frisch renovierten Stadion das Zeichen zum Aufbruch.

2010

In der Saison 2010/11, nur 4 Jahre nachdem der neue Fußballvorstand um den 1.Vorsitzenden Michael Johanning die Abteilung übernommen hat, gelingt mit einer neuen Philosophie der langersehnte Wiederaufstieg. Gespickt mit Spielern aus der eigenen Jugend, krönt die junge Mannschaft um den Erfolgstrainer Carsten Johanning eine überragende Saison am letzten Spieltag mit dem 100.Saisontor. Das imposante Torverhältnis von 101:29 und 71 erreichten Punkten, 18 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten, belegen die eindrucksvolle Leistung. Einen würdigen Saisonabschluss erleben viele Zuschauer, darunter Bürgermeister Klaus Besser und der Hauptvorstand der Spvg um Hans-Jürgen Harder, am letzten Spieltag im farbenprächtig geschmückten Cronsbachstadion beim abschließenden Stadionfest.

Der Traditionsverein Spvg Steinhagen ist zurück – die Rothemden sind wieder Landesligist!

In den folgenden Spielzeiten etabliert sich die Mannschaft in der Landesliga, gewinnt 2012 und 2013 erneut das Hallenmasters und stellt im Jahr 2012 mit 49:8 Treffern einen neuen Turnierrekord auf. Torschützenkönig wird Tilo Hauser mit 11 Treffern. Gleichzeitig wird Hauser zum besten Spieler und Philipp Schremmer zum besten Torwart des Turniers gewählt.

Erstmals in der Turniergeschichte gehen alle Trophäen an einen Verein: Die Spvg Steinhagen!