Beim Qualifikationswettkampf für die Teilnahme beim Deutschland-Cup traten in Hamm über 50 Turnerinnen, aufgeteilt in vier Altersklassen, an. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten werden im Juni den Westfälische Turnerbund beim Deutschland-Cup im sächsischen Delitzsch vertreten dürfen.

Mit am Start waren auch die beiden Turnerinnen der Spvg Steinhagen, Sinja Struve und Louisa Bartel. Die Vorzeichen für Sinja Struve standen diesmal alles andere als gut: Im Januar brach sich die Zwölfjährigen beim Balkentraining beide Füße und musste eine Trainingspause einlegen. Erst letzte Woche konnte sie alle Übungsteile schmerzfrei trainieren. Umso beeindruckender war es, wie ausdauernd und hartnäckig Sinja sich in den letzten Wochen von Training zu Training kämpfte und ihr Ziel, die Qualifikation zu schaffen, trotz des Verletzungspechs nicht aus den Augen verlor. Diese Zielstrebigkeit zeichnete Sinja auch im Wettkampf aus. Am Sprung und Stufenbarren gelang ihr ein Start nach Maß. Auch am Schwebebalken lief alles nach Plan, bis Sinja ausgerechnet beim letzten Element das 10cm schmale Turngerät verlassen musste. Doch anstatt Trübsal zu blasen, meisterte das Turntalent auch das letzte Gerät, den Boden, mit Bravour und erzielte die höchste Punktzahl aller Turnerinnen.

Freudestrahlend nahm Sinja Struve den Silberpokal entgegen und qualifizierte sich damit als erste Turnerin der Spvg Steinhagen für einen Einzelwettkampf auf Bundesebene. Was für ein Erfolg!

Als deutlich jüngste Turnerin des gesamten Wettkampfs versteckte sich die Elfjährige keinesfalls. Ihre großen Trainingsfortschritte waren besonders am Sprung und am Stufenbarren zu bestaunen. Auch die Schwebebalkenkür gelang ihr trotz eines Sturzes gut, brachte aber nicht die erhofften Punkte ein. Erstmals zeigte Louisa dann ihre neue Bodenübung im Wettkampf. Auch die gelang fabelhaft und wurde mit der dritthöchsten Wertung an diesem Gerät belohnt.

Die Steinhagener Freude hätte nicht größer sein können, als nach Sinja Struve mit Louisa Bartel die zweite Spvg- Turnerin das Treppchen betreten durfte und überglücklich den Bronzepokal entgegennahm.  Mit vielem hatte Trainerin Kirsi Rohmeier gerechnet, aber nicht damit, dass beide ihrer Schützlinge den Wettkampf mit einem Pokal verlassen würden.

Mit etwas Glück könnte Louisa Barterl sogar ihre Trainingskameradin nach Delitzsch begleiten. Denn je nach Meldezahl, wird der Westfälische Turnerbund auch die Drittplatzierten des Qualifikationswettkampfs melden dürfen.

Für beide Turnerinnen steht nun aber erst einmal die Vorbereitung auf den ersten Oberligawettkampf an, der am 14.04.2018 in Rheda stattfinden wird.