KTV- Turnerinnen bestreiten Saisonfinale in Ober- und Verbandsliga

Wie nah Freud und Leid beieinander liegen können, musste das Turnteam der Kunstturnvereinigung Alt Ravensberg beim Finale der Oberliga und Verbandsliga hautnah erfahren. Optimistisch reisten die beiden Teams nach Jöllenbeck. Das Verbandsligateam startete am Schwebebalken und leistete sich mit vier Stürzen zu Beginn direkt einen Fehlstart. Emily Poggenklas und Lisa Hansmann konnten dann aber mit überzeugenden Übungen das Ruder rumreißen und das Team wieder auf Erfolgskurs bringen. Nach sicheren Übungen von Hannah Strotmann und Carmen Johannhardt am Boden, konnte Pia Niehaus mit ihrer spritzigen Übung das Publikum mitreißen. Unglaubliche 14,60 Punkte erturnte anschließend Lisa Hansmann, die Kampfrichter und Publikum mit ihrer hochwertigen Übung verzauberte. Am Sprung ließen die Turnerinnen nichts anbrennen, so dass am Stufenbarren zum Endspurt angetreten werden konnte. Nachdem Fiona Mennen, Lisa Hansmann und Hanna Strotmann sichere Übungen vortrugen, schloss Pia Niehaus mit einer herausragenden Barrenkür den Wettkampf ab. Nun hieß es zittern, denn ganze sechs Mannschaften hatten noch Chancen, einen der begehrten ersten vier Plätze, die zum Relegationswettkampf zur Oberliga berechtigen, zu erlangen. So wurde die Siegerehrung zur reinsten Zitterpartie, denn die KTV Alt Ravensberg 2 und der TuS Jöllenbeck erturnten beide 14 Wettkampfpunkte. Aufgrund der höheren Gesamtpunktzahl platzierte sich die KTV (432,85) aber vor dem TuS (430,15) und erreichte so den vierten Platz. Im Oktober darf das Turnteam nun an der Relegation zur Oberliga teilnehmen.

Diese muss auch von der KTV Alt Ravensberg 1 bestritten werden, die im Saisonfinale nicht über Platz fünf hinaus kam. Aussichtsreich auf Rang drei liegend, startete das von Jenny von Bobart und Kirsi Rohmeier betreute Team am Stufenbarren mit soliden Übungen. Insbesondere Lisa Gründling überzeugte mit der sauberen Ausführung ihrer Stufenbarrenkür. Pech hatte man am Schwebebalken, an dem die Übungen einfach nicht perfekt gelingen wollten. Kleine Unsicherheiten führten zu Stürzen und Frust bei den Turnerinnen. Madeleine Güth lieferte den KTV-lern dann aber einen wahren Glücksmoment: Erstmals überwand sie alle Angst, Zögerlichkeiten und Zweifel und zimmerte den schwierigen Salto rückwärts auf den 10cm schmalen Schwebebalken perfekt  in den sicheren Stand. Am Boden hatten die Turnerinnen mit dem Schwingboden des TuS Jöllenbeck zu kämpfen, der deutlich weniger federte als der gewohnte Trainingsboden. Um Stürze zu vermeiden, mussten Übungen abgespeckt werden. Dennoch sammelte Elena Seifert, Inga Bartsch, Alicia Kröll und Madeleine Güth wertvolle Punkte. Mit zwei hochwertigen Tsukahara von Jana Terhechte und Madeleine Güth, sowie nahezu perfekten Handstützüberschlägen von Alicia Kröll und Nora Sobisch schloss die erste Garde der KTV am Sprung den Wettkampf ab. Auch im Oberligafinale hatte die KTV Alt Ravensberg bei der Siegerehrung zu bangen. Diesmal fiel das Endergebnis aber nicht zu Gunsten der KTV aus: Die Winzigkeit von 0,10 Punkten fehlte, um im Tagesklassement Platz vier zu belegen und damit die Saison auf Rang drei abzuschließen. 144,95 Punkte bedeuteten Rang fünf im Tagesklassement und Gesamtklassement. Hängende Köpfe und Enttäuschung zeichneten den Saisonabschluss in der Oberliga.

Nun heißt es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und die „Ehrenrunde Relegation“ erfolgreich abzuschließen. Denn eines ist sicher: Neben der KTV Detmold zählt die KTV Alt Ravensberg 1 sicherlich zu den Favoriten der Relegation zur Oberliga, die am 08.10.2017 in Sendenhorst stattfindet. Und vielleicht gelingt ja sogar die Sensation: Die Qualifikation beider Teams für die Oberligasaison 2018…