Das Deutsche Turnfest findet eigentlich erst in zwei Wochen in Berlin statt. Wer am Wochenende in der Sporthalle des Einstein Gymnasiums in Rheda war, der konnte aber meinen, bei einem Turnfest dabei gewesen zu sein. Die vielen Helfer um Organisatorin Petra Beckstett hatten die Turnhalle zu einer Wettkampfarena verwandelt und das reichhaltige Buffet der Cafeteria verwöhnte die Zuschauer. Besonders, als die erste Mannschaft der KTV Alt Ravensberg in der Oberliga an den Start ging, füllte sich die Tribüne und die Turnerinnen wurden lauthals angefeuert. Das, was den Zuschauern geboten wurde, war Turnkunst vom Feinsten. Selten konnten Oberliga und auch Verbandsliga ein solch hohes Niveau aufweisen. Am Schwebebalken profitierte die Heimmannschaft davon, dass Inga Bartsch nach langer Verletzungspause wieder in das Wettkampfgeschehen eingreifen konnte. Ihre Übung bestach durch die herausragende Ausführung der gymnastischen Sprünge. Am Boden zog das Turnteam der KTV alle Register: Alicia Kröll, deren Präsentation im perfekten Einklang zur Musik hervorstach, konnte erstmals den gestreckten Salto vorwärts mit ganzer Schraube unter Wettkampfbedingungen darbieten. Nachdem auch Inga Bartsch zu überzeugen wusste, setzten Elena Seifert und Madeleine Güth dem herausragenden Gerätedurchgang die Krone auf. Nach grandioser Vorstellung erhielt Madeleine Güth mit 14,15 Punkten die höchste Wertung des Wettkampftages, Elena Seifert folgte mit der dritthöchsten Wertung von 13,90 Punkten knapp dahinter. „41,20 Punkte sind der helle Wahnsinn!“, freute sich das KTV-Team über das beste Bodenergebnis aller Mannschaften. Am Sprung konnte die KTV den zweiten Joker ziehen: Jana Terhechte, beim Saisonstart noch auf einer Studienfahrt, schraubte ihren Tsukahara himmelwärts und erhielt mit 13,65 Punkten die zweithöchste Wertung aller Turnerinnen. Toppen konnte sie nur Mannschaftskollegin Madeleine Güth, die für ihren herausragenden Sprung 13,80 Punkte erhielt. Am Stufenbarren gelang Nora Sobisch die schwierige freie Felge in den Handstand, gefolgt von dem Flieger vom unteren zum oberen Holm. Sie erhielt die höchste Wertung ihres Teams. Auch Lisa Gründling konnte mit ihrer sauberen Ausführung der Übungsteile überzeugen. Eine Steigerung von mehr als 8,50 Punkte, im Vergleich zum ersten Wettkampf, erturnte sich die KTV Alt Ravensberg beim Heimwettkampf und folgte mit 152,05 Punkten dem führenden Duo KTV Dortmund 2 (156,30) und vor allen Dingen dem TV Ibbenbüren (152,40) dicht auf die Fersen. Vor dem Saisonfinale am 24.06. in Bielefeld- Jöllenbeck liegt das Team aussichtsreich auf Rang drei.

Die zweite Garde musste der Ersten in nichts nachstehen. Schon am Stufenbarren wussten Hannah Strotmann, Fiona Mennen, Lisa Hansmann und Pia Niehaus zu überzeugen und mit Carmen Johannhardt und Emily Poggenklas konnten die beiden weiteren Mannschaftsmitglieder am Schwebebalken nahtlos an die sicheren Übungsausführungen anknüpfen. Schon nach zwei Geräten wurde deutlich, dass es ganz eng werden würden: Während die KTV Detmold allen anderen davoneilte und vorneweg turnte, kämpften fünf weitere Mannschaften um die begehrten Plätze zwei bis vier, die den sicheren Klassenerhalt bedeuteten und gleichzeitig zur Teilnahme am Relegationswettkampf zur Oberliga berechtigen würden. Für die letzten beiden Geräte galt es also nochmal Vollgas zu geben. Das gelang sowohl am Boden, an dem Lisa Hansmann die zweite Schrauben-Premiere glückte, als auch am Sprung, an dem Hannah Strotmann den besten Handstützüberschlag des Wettkampfes in den Stand zimmerte. Nach Platz drei beim Saisonauftakt, platzierte sich das Sextett diesmal auf Rang fünf, so dass die KTV Alt Ravensberg 2 vor dem Saisonfinale auf Rang vier platziert ist.

Nun heißt es noch einmal fleißig trainieren, um beim spannenden Saisonfinale die Saisonziele erreichen zu können.