Ungünstiger hätte der Termin des zweiten Gauligawettkampfs für die Kunstturnerinnen der Spvg Steinhagen nicht sein können: Charlotte Nichols hielt sich zuvor in Paris auf und reiste direkt aus der französischen Hauptstadt in die Sporthalle des TSVE Bielefeld an. „Nach siebenstündiger Fahrt und so langem Sitzen einen Wettkampf zu turnen bedeutet schon viel Einsatzbereitschaft und Leistungswillen“, betont Trainerin Kirsi Rohmeier. Nicht viel besser erging es Lillien Gronert, die die Tage zuvor in Berlin verbrachte und somit aus der deutschen Hauptstadt direkt nach Bielefeld anzureisen hatte. „Toll, dass die Familien das Turnen ihrer Töchter so unterstützen und ihre Reise so planten, dass die Mädchen am Wettkampf teilnehmen konnten“, freut sich Rohmeier über die große Unterstützung der Eltern. Louisa Bartel hatte mit einer Krankheit zu kämpfen, Sinja Struve und Lona Schmidt mit kleinen Verletzungsblessuren.

Mit gemischten Gefühlen traten die Turnerinnen also ihren Wettkampf an. Ein Start nach Maß gelang Louisa Bartel am Schwebebalken. Die Zehnjährige turnte sehr ruhig und konzentriert ihre Übungsreihenfolge und nahm den anderen dadurch viel Druck und Nervosität. „Hätte Louisa nicht mit einer so tollen Balkenübung gleich zu Beginn überzeugt, hätten die Mannschaftskolleginnen nicht so souverän ihre Übungen präsentiert“, war sich Trainerin Kirsi Rohmeier sicher. Sinja Struve gelang sogar die drittbeste Übung des Wettkampfs. Auch Charlotte Nichols und Lillien Gronert wusste mit ihrer präzisen Darbietung ohne jeglichen Sturz zu überzeugen. Hatte das Schwebebalkenergebnis zuletzt die Turnerinnen zurück geworfen, war es diesmal der Grundstein für den weiteren Erfolg. Am Boden merkte man den Turnerinnen die kleinen Blessuren und die langen Fahrten an. Allen fehlte etwas die Spritzigkeit. Dennoch zeigten alle schöne Übungen ohne große Fehler. Deutlich besser als beim Wettkampf zuvor präsentierte sich das Quintett am Sprung. Wieder einmal war es Sinja Struve, die für ihre nahezu perfekte Übung am Stufenbarren die höchste Wertung des Wettkampfs erhielt. Auch Lona Schmidt wusste hier mit einer starken Übung zu überzeugen. Mit dem tollen Ergebnis konnten die Turnerinnen in der stark besetzten Gauliga 2 punktgleich mit der befreundeten TSG Rheda 5 den dritten Platz in der Tageswertung belegen. Im Gesamtklassement stehen die Steinhagenerinnen derzeit auf dem vierten Platz. Dieser soll beim letzten Wettkampf im Juni in Jöllenbeck mindestens verteidigt werden. Zufrieden mit ihren Leistungen waren auch die Turnerinnen der Spvg Steinhagen 2, die in der Gauliga 1 starteten. Besonders am Sprung, an dem Julia Schober die Tageshöchstwertung gelang, und am Stufenbarren konnten Julia Schober, Klara Schöning, Julia Charlotte Gundel und Melina Weßling mit den anderen Mannschaften gut mithalten. Am Boden machte sich das krankheitsbedingte Fehlen von Lisa Dammeier bemerkbar. Julia Schober zählte aber auch hier zu den Besten des Wettkampfes. Einzig am Schwebebalken fehlen noch einige Schwierigkeiten, um vorne mitmischen zu können. Nach Platz sieben beim ersten Saisonwettkampf hieß es diesmal Platz acht und damit auch Platz acht im Gesamtklassement.