Tosender Applaus und Jubelschreie tönten auf, als Christina Bröker, Ligawartin der WTB-Ligen, das Endergebnis des ersten Oberligawettkampfes der Turnsaison 2016 verkündete: „Platz zwei für die KTV Alt Ravensberg“.
Nach dem holprigen Start am Stufenbarren und teilweise nicht ganz optimalen Schwebebalkenübungen hätte das kaum einer für möglich gehalten. Doch schon am Boden starteten die Turnerinnen eine einzigartige Aufholjagd. Lara-Marie Schimmel begann mit starken 12,90 Punkten, gefolgt von Elena Seifert, die erstmals im Wettkampf einen Strecksalto vw. mit ganzer Schraube präsentierte und mit 13,45 Punkten belohnt wurde. Jana Terhechte (13,55) und Madeleine Güth (13,85) setzten dem besten Bodenergebnis aller zwölf Mannschaften die Krone auf. Beflügelt von dem tollen Bodendurchgang, konnten die Turnerinnen am Sprung ihr herausragendes Ergebnis sogar noch toppen. Schon Gerrit Nissen, Elena Seifert und Jana Terhechte zeigten nahezu perfekte Sprünge, doch Madeleine Güth brachte die super Stimmung in der Halle fast zum Überkochen: Die Achtzehnjährige turnte einen haushohen Tsukahara gebückt in den perfekten Stand und erhielt die Tageshöchstwertung von 14,50 Punkten an diesem Gerät. Zum ersten Platz fehlten letztendlich magere 0,2 Pünktchen. Zwei Wettkämpfe bleiben noch, um die Spitzenposition des SC Nordwalde zu attackieren. Dann wird sicherlich auch Lisa Gründling, die diesmal nach langer Krankheit nur am Schwebebalken eingesetzt werden konnte, wieder voll einsatzfähig sein.

Die zweite Mannschaft der KTV Alt Ravensberg startete vielversprechend in den Wettkampf in der Verbandsliga. Am Boden beginnend gelang es KTV-Neuzugang Lisa Hansmann mit ihrer tänzerisch sehr ausgefeilten und mit Schwierigkeiten gepickten Bodenübung direkt, die dritthöchste Wertung zu erturnen (13,30). Pia Niehaus zauberte am Sprung mit ihrem nahezu perfekten Handstützüberschlag den drittbesten Sprung über den Sprungtisch (12,80). Auch Hannah Strotmann, Lisa Hansmann und Fiona Mennen wussten sehr zu überzeugen. Der Stufenbarren wurde dann aber zum Stolperstein. Die sonst so sicheren Turnerinnen erlaubten sich unnötige Fehler, die die ganze Mannschaft weit zurückwarf. Lediglich Rieke Nissen und Hannah Strotmann konnte ihre Übung ohne Sturz präsentieren. Am Balken überzeugte Carmen Johannhardt und auch ihre Mannschaftskolleginnen kämpften sich nach dem Fauxpas am Stufenbarren über das Zittergerät. So beträgt letztendlich der Punktabstand zum Drittplatzierten gerade einmal vier Punkte, die ohne die Fehler am Stufenbarren sicherlich erturnt werden hätten können. Die verbleibenden zwei Wettkämpfe müssen nun genutzt werden, um das Feld von Platz sieben von hinter aufzurollen.

Als Ausrichter hatte die KTV Alt Ravensberg aber nicht nur ihre Turnerinnen im Wettkampf zu betreuen, sondern auch alle Gäste zu versorgen und ihnen eine tolle Geräteausstattung bereit zu stellen. Das gelang den vielen Helfern famos. „Es ist schon beeindruckend, mit welcher Akribie Cheforganisatorin Petra Beckstett diesen Wettkampf geplant und organisiert hat“, bewunderten die Gäste die perfekte Vorbereitung der Wettkämpfe. An jedes kleinste Detail hatte sie gedacht. Jede Mannschaft wurde zum Beispiel beim Einmarsch mit Mannschaftsschild und Einlaufkind begleitet. Jeder der zahlreichen Helfer wusste über seine Aufgaben genau Bescheid. „Mit der Veranstaltung möchten wir die Gelegenheit nutzen, das Kunstturnen in unserer Region populär zu machen“, schrieb Beckstett in dem von ihr kreierten Flyer. Genau das ist ihr am Wochenende gelungen.