Unterschiedlicher hätten die beiden Steinhagener Mannschaften, die beim Relegationswettkampf zur Gauliga 1 in Bielefeld antraten, nicht sein können: Die Spvg Steinhagen 2 startete mit altbewährtem Team, viel Wettkampferfahrung und einem Altersdurchschnitt von 21 Jahren, die Spvg Steinhagen 3 mit Nachwuchstalenten. Der Altersdurchschnitt dieser Mannschaft betrug 10 Jahre, für drei von vier Turnerinnnen war es der erste Wettkampf auf Gauebene.

Die „alten Hasen“ wussten direkt am Stufenbarren zu überzeugen. Insbesondere Julia Schober konnte mit ihrer tollen Übung viele Punkte sammeln. Rieke Nissen, als Ersatz für die gesperrte Melina Weßling eingesetzt, präsentierte ihre für die Verbandsligasaison vorbereitete Übung schon recht sicher. Am Schwebebalken konnte das Team einige Stürze nicht verhindern. Gewohnt stark präsentierten sich aber Julia Schober und Lisa Dammeier am Boden. Auch Rieke Nissen und Klara Schöning konnten punkten. Am Sprung verblüffte Julia Schober mit einem lupenreinen Handstützüberschlag, der die höchste Punktzahl des Tages erhielt. Bemerkenswert, welche Leistungen die Fünfunddreißigjährige trotz stressigem Berufsalltag und wenig Training von Wettkampf zu Wettkampf abrufen kann. Mit Platz drei in der Endabrechnung lösten Julia Schober, Rieke Nissen, Lisa Dammeier, Julia Charlotte Gundel und Klara Schöning das Ticket für die Gauliga 1.

Die Abgeklärtheit und Routine, die die Mannschaft an den Tag legte, hätten sich die Trainerinnen auch für die hoffnungsvollen Nachwuchstalente gewünscht. Bei ihrem ersten Mannschaftswettkampf auf Gauebene gingen aber Charlotte Nichols, Lillien Emilia Gronert und Louisa Bartel sehr nervös an das Startgerät. Kleine und größere Fehler schlichen sich ein. Einzig Sinja Struve ließ sich vom Nervenflattern ihrer Mannschaftskolleginnen nicht anstecken. Die Zehnjährige turnte die beste Stufenbarrenübung des gesamten Wettkampfs. Auch am Balken reichte die Konzentration noch nicht für die ganze Übung aus. Hoch anzuerkennen ist aber, dass das Quartett mutig alle neu erlernten Schwierigkeiten zeigte. Nach zwei Geräten war die ganze Aufregung dann endlich abgelegt. Alle vier Turnerinnen präsentierten tolle Bodenküren, die Zuschauer und Kampfrichter begeisterten. Ebenso gut gelangen die Handstützüberschläge am Sprung. Aufgrund der Startschwierigkeiten reichte die Punktzahl letztendlich nicht ganz, um sich für die Gauliga 1 zu qualifizieren. Als Fünftplatzierter startet die Mannschaft in dieser Saison in der Gauliga 2. Hervorzuheben ist Sinja Struves Leistung, die den Wettkampf als zweitbeste Einzelturnerin abschloss.

Für die Gauliga 2 wollte sich Steinhagens vierte Mannschaft qualifizieren. Das Team von Trainerin Thomai Cutler hatte schon im Vorhinein mit Verletzungspech zu kämpfen. Hinzu kam, dass auch dieses Team erstmals Gauligaluft schnupperte. Beginnend am Schwebebalken zeigten Angelina Cutler und Elly Wienke schöne Übungen, mussten aber den Balken unfreiwillig verlassen. Auch in die Übungen der beiden Jüngsten, Lona Schmidt und Nadjeschda Cutler schlichen sich kleine Fehler. Nervös zeigten sich auch noch einige Turnerinnen am Boden. Anna Hoene überzeugte hier mit ihrer Ausdrucksstärke. Wie ein Flummi sprang Lona Schmidt anschließend über den Sprungtisch und erhielt eine der höchsten Wertungen an diesem Gerät. Auch am Stufenbarren beeindruckte die Neunjährige mit ihrer makellosen Übung. Auch Angelina Cutler und Anna Hoene sammelten fleißig Punkte fürs Mannschaftskonto.

Leider reichte die Gesamtpunktzahl aber nicht aus, um in der kommenden Saison in der Gauliga 2 zu starten. In einem leistungsstarken Teilnehmerfeld platzierte sich das Team als Vorletzter auf Rang neun. Wegen des verpassten Aufstiegs muss das Team aber überhaupt nicht Trübsal blasen. Alle Mädchen sammelten wichtige Wettkampferfahrungen und hatten viel Spaß. Letztendlich ist das doch das allerwichtigste.